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Websiteupdate 2017 /

Websiteupdate 2017

Eigentlich hatte ich es schon lange vor, aber so richtig dazu gekommen bin ich bislang noch nicht: ein Loblied auf 2016 singen. Das vergangene Jahr war fotografisch gesehen für mich extrem aufregend, spannend und vor allem auch lehrreich.

Recap - 2016
Neben meiner Arbeit in einer Werbeagentur war ich jedes Wochenende mehrfach unterwegs um zu shooten. Hinzu kam mein erstes, eigenes Buch Candyland mit all seinen Höhen und Tiefen. Innerhalb von unfassbaren 83 Tagen war die erste Auflage von 500 Exemplaren restlos ausverkauft - das flashed mich immernoch. Durch mehrere Komplikationen im Druck gab es noch eine unvorhergesehene zweite Auflage von 300 Exemplaren, wovon stand heute noch knapp die Hälfte hier zu haben ist. Ich habe eine Menge toller Leute kennengelernt, durfte Paddy und Steffen Böttcher / Ben Hammer besuchen und war dort vor laufenden Kameras zu Gast. Einige Magazine haben meine Arbeiten gefeatured, allen voran gab es dann eine Anfrage für meine erste richtige Printpublication in der FOTOpro, die im Februar 2017 erschien. Ganz schön aufregend der ganze Spaß!

Doch irgendwann im September war es dann soweit, dass mein Körper und mein Geist nicht mehr so richtig im Einklang waren. Ich fühlte mich schlapp, ausgelaugt und on Location, als ich gerade in einem wunderbaren Kölner Zirkuswagen geshootet habe, fehlte die Inspiration und der Antrieb. Mein privates Leben und meine Gesundheit ging neben der Fotografie komplett unter, was ich leider erst viel zu spät gemerkt habe. Aber letztlich habe ich es gemerkt. Und das zählt.

Ich gönnte mir bis zum Ende des Jahres eine Pause von den Homestorys, die bis heute anhält. In der Zeit habe ich viel hinterfragt. Mich gefragt, für wen ich überhaupt noch die Fotos mache. Will ich das zu einhundertprozent für mich selbst oder mache ich das nur noch für Instagram und Facebook, für euch? Und ehrlich gesagt ja, irgendwie war es eine zeitlang so, dass ich so sehr im Social Media Strudel gefangen war, dass ich nur ein Ziel hatte: jeden Tag etwas neues posten, damit die Follower zufrieden sind. Binnen zwei Jahren konnte ich meinen Instagram Account von 1.000 auf 60.000 Follower pushen. Dieser "Erfolg" macht süchtig. Aber was bringt er einem selbst, außer ein gesteigertes Selbstwertgefühl und Lob hier und da? Ich will das alles gar nicht runterspielen: Ich bin stolz auf jeden einzelnen Follower, bin froh über den Support, dankbar dafür! Manche berichten mir, dass ich sie sogar inspiriere - wow! Das ist das beste Kompliment und in jedem Fall ein Grund immer weiterzumachen. Getrieben von der Jagd auf immer neue Magazinfeatures und Veröffentlichungen band ich mir aber selbst einen Leistungsdruck auf, der mich irgendwann klein gekriegt hat. Das Hobby wurde zu einem Nebenjob und irgendwie zum Hauptberuf. Neben den Shootings am Wochenende kommt ja noch die Organisation und Bildbearbeitung - und damit endet es ja nicht. Es ist nicht so, dass es mir keinen Spaß mehr macht, aber einen Tag einfach mal auf der Couch liegend seine Lieblingsserie zu gucken sollte schon mal drin sein. Und diese Zeit sollte man sich gönnen.

Tatsächlich hat mich der ganze Homestory-Kram auch ein wenig gelangweilt. Es war irgendwie das gleiche. Wie Ben Hammer mal sagte: man tauscht Model und Location, aber der Effekt bleibt immer irgendwie ähnlich. Ich hätte gerne Palmen, Sommer, Sonne, Kaktus. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ich habe ein neues Projekt ins Leben gerufen, mein Rebel Project. Dem werde ich mich in 2017 widmen und weiterhin erstmal eine Auszeit von den Homestorys nehmen um die kreativen Akkus wieder aufzutanken. An dieser Stelle kann ich übrigens erwähnen, dass ich Ideen für einen weiteren Bildband habe und egal wie anstrengend es mit Candyland teilweise lief, ich würde es jeder zeit wieder tun. Mit dem nächsten Buch lasse ich mir aber ein paar Jahre Zeit...

Back to the future
Ich erwähnte bereits, dass mein Hobby zum Nebenberuf geworden ist und immer mehr den Platz vom Hauptberuf einnimmt und künftig auch einnehmen wird. Diese Mädelsgeschichten sind schön und gut - nur bringen sie leider keinen müden Cent ein. Um im Endeffekt von der Fotografie leben zu können, werde ich mich wieder anderen Bereichen widmen und ehrlich gesagt habe ich da mega Bock drauf. Wieder mehr im Studio, wieder mehr Portraits, mehr Business, mehr Werbung. Vor allem auch mehr Reisen, nachdem mich NYC so sehr geflashed hatte. Das Rebel Project bleibt, die Homestorys pausieren und ich versuche derweil mich fortzubilden. Neue Ufer zu erreichen und andere Bereiche zu erkunden. Zu lernen. Spaß zu haben und mich zu entfalten. Auch wenn das zwangsläufig leider heißt, dass es weniger Instagramfutter geben wird. Aber das ist mir aktuell ehrlich gesagt herzlich egal. Ich will mich davon nicht mehr stressen lassen, das habe ich schon zu viel und zu lange.

Jetzt kommen wir endlich zum eigentlichen Grund meines postings und der vielen, vielen Worte hier: Im Rahmen dieser "Zukunftsausrichtung" hat mein Web-Boy des Vertrauens Tim Grochowski meine Website geupdated. Ihr findet ab sofort also auch anderen Portfoliokram und Aufträge hier. Lange Zeit bin ich ja mit einer .de und einer .com Website durch die Welt geeiert. Hierüber habe ich ebenso lange nachgedacht und mich letztlich dazu entschieden, beide Welten zusammen zu führen. Ihr findet nun alles vereint auf einer Seite. Auch der/die/das Blog wird ausgebaut und ich nehme mir vor, wieder mehr zu posten. Über Inspirationen, Bücher, andere Fotografen oder was auch sonst so einfällt. Tragt euch gerne für den Newsletter ein, ich halte euch dann auf dem laufenden!

In diesem Sinne:
Tschüss 2016, Hello 2017!

Liebe. Und tausend Dank an euch!
Kai